Equity & Governance

STEMMER IMAGING: Nachfolgeregelung für ein Lebenswerk

STEMMER IMAGING: Nachfolgeregelung für ein Lebenswerk

Im vergangenen Jahr hat Unternehmensgründer Wilhelm Stemmer im Rahmen der Nachfolgeregelung seine Anteile an der STEMMER IMAGING an PRIMEPULSE veräußert. Zu den Hintergründen sprechen Wilhelm Stemmer und die Vorstände Christof Zollitsch und Martin Kersting im Interview.

PRIMEPULSE: Herr Stemmer, was waren die Gründe für den Verkauf und warum zu diesem Zeitpunkt?

 

Wilhelm Stemmer: Ich war seit über 40 Jahren Unternehmer und mittlerweile über 70 Jahre. Es war für mich an der Zeit, eine nachhaltige Nachfolgeregelung für den Fortbestand meines Lebenswerks zu finden. Die Entscheidung zum Verkauf wurde gemeinschaftlich mit meinen Mitgesellschaftern vor längerer Zeit gefällt und umgesetzt.

 

PRIMEPULSE: Warum haben Sie sich für die PRIMEPULSE als Investor entschieden?

 

Wilhelm Stemmer: Wir hatten eine Anzahl von potentiellen Käufern ausgemacht, die alle großes Interesse an STEMMER IMAGING bekundet haben. Es gab die ganze Bandbreite an Interessenten, von Finanzinvestoren über strategische Investoren bis hin zu sogenannten Family Offices. Wir haben uns letztendlich für das Family Equity Modell der PRIMEPULSE entschieden. Warum? Die Familien Weinmann und Kober sind selbst tätige und erfolgreiche Unternehmer in unterschiedlichen Branchen. Das imponierte mir speziell. Darüber hinaus erfüllten sie für uns verschiedenste positive Kriterien. Die PRIMEPULSE ist interessiert, mit STEMMER IMAGING Zukunftsmärkte zu erschließen und z.B. das Thema Industrie 4.0 weiter auszubauen. Zudem versprach uns PRIMEPULSE die volle Unterstützung mit Investitionen für ein weiteres starkes Wachstum. Die Langfristigkeit des Interesses an STEMMER IMAGING wurde auch dadurch bekräftigt, dass das bestehende Management weiterhin an STEMMER IMAGING beteiligt ist.

 

PRIMEPULSE: Sicher haben Sie sich Gedanken darüber gemacht, was sich durch den Verkauf Ihrer Anteile bei STEMMER IMAGING ändert?

 

Wilhelm Stemmer: Mit der Erfüllung der genannten Voraussetzungen sah und sehe ich die Zukunft von STEMMER IMAGING weiter in den gleich guten Händen. Herr Zollitsch, Herr Kersting und auch Herr Böhrnsen werden die Geschicke der STEMMER IMAGING auch in Zukunft leiten.

 

PRIMEPULSE: Haben Sie sich komplett aus dem Unternehmen zurückgezogen?

 

Wilhelm Stemmer: Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es für mich sicher richtig und an der Zeit war, mich komplett aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen. Wenn ich dem neuen Eigentümer oder dem Management beratend behilflich sein kann, dann werde ich mich dafür immer gerne zur Verfügung stellen. Mit der Firma und ihren Mitarbeitern werde ich auch künftig verbunden bleiben. Die Firma trägt ja weiter meinen Namen und natürlich bin ich auch an der Weiterentwicklung des von mir gegründeten Unternehmens interessiert.

Stemmer

Wilhelm Stemmer

Unternehmensgründer von STEMMER IMAGING

(Quelle: Stemmer Imaging)

PRIMEPULSE: Wie sieht Ihre persönliche Zukunftsplanung aus?

 

Wilhelm Stemmer: Sie wissen ja, ich habe vor Jahren eine Stiftung gegründet, die sich das Ziel gesetzt hat, Kinder und Jugendliche an Naturwissenschaften heranzuführen und für das Ingenieurswesen zu interessieren. Diese Arbeit mit der Jugend macht mir viel Spaß, doch aus Zeitmangel konnte ich dieser Tätigkeit bisher nicht meine volle Aufmerksamkeit widmen. Jetzt werde ich dafür mehr Zeit haben.

 

Ich werde mir aber auch wieder mehr Zeit für Dinge nehmen, die in den letzten 44 Jahren zu kurz gekommen sind. Ich sehe mich noch nicht im Ruhestand.

PRIMEPULSE: Herr Zollitsch, was verspricht sich STEMMER IMAGING von der Partnerschaft? Wie wird die Zukunft von STEMMER IMAGING aussehen?

 

Christof Zollitsch: Durch die Partnerschaft mit PRIMEPULSE sind wir uns sicher, das Unternehmen im Sinne des Gründers weiterführen zu können. Zusätzlich haben wir weitere langjährige Mitarbeiter aus unserer Führungsriege in den Kreis der Gesellschafter aufgenommen, um die Kontinuität im Unternehmen sicherzustellen. Wir können damit auf eine Eigentümerstruktur aufbauen, die uns sicher für die nächste Dekade und darüber hinaus planen lässt. Mit PRIMEPULSE haben wir eine Muttergesellschaft, die uns synergetisch unterstützt und auch die finanziellen Möglichkeiten bietet, unsere Buy-and-Build-Strategie weiter auszubauen.

 

PRIMEPULSE: Herr Kersting, inwieweit ergänzen Bildverarbeitungssysteme das Portfolio der PRIMEPULSE Gruppe? Wo sehen Sie die stärksten Synergieeffekte?

 

Martin Kersting: Wir versprechen uns eine Menge Synergien mit anderen Unternehmen, an denen die PRIMEPULSE SE beteiligt ist. Dies betrifft momentan speziell CANCOM, denn wir arbeiten bereits heute mit einer ähnlichen Kundenbasis. Auch CANCOM ist im Bereich Industrie 4.0 tätig, allerdings am oberen Ende der Pyramide mit einem Management-Informationssystem, während wir uns auf das Maschinenlevel konzentrieren. Hieraus können sich eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für uns ergeben.

 

Quelle Titelbild: iStock/ imegastocker

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