Digital Leadership

IIoT: Der Technologie-Stack als Werttreiber

IIoT: Der Technologie-Stack als Werttreiber

Hochwertige Hardware verkaufen: Das war einst das unumstrittene Geschäftsmodell traditioneller Industrieanlagen- und Maschinenhersteller. Mit der Standardisierung von immer mehr Komponenten im Industrial Internet of Things (IIoT) erkennen die Unternehmen jedoch, dass sie ihre Erfolgsformel ändern müssen. Die Kommoditisierung sowie der sich verschärfende globale Wettbewerb zwingen die Unternehmen, ihre Ressourcen für die Digitalisierung einzusetzen.  

 

Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey hat der Mittelstand aber immer noch große Probleme, den richtigen Weg zu finden. Umso ärgerlicher, denn McKinsey prognostiziert 126 Milliarden Euro mehr Wertschöpfung für die deutschen Unternehmen bis 2025. Wer also Innovationsfreude und Mut besitzt, kann schnell Wettbewerbsvorteile erzielen. Die anderen laufen Gefahr, abgehängt zu werden. Um den Anschluss nicht zu verlieren, muss die Industrie jetzt die Schritte planen und sich für neue Prozesse zur Integration von IIoT (Industrial Internet of Things) öffnen. Dabei wird wichtig sein, inwieweit ein Unternehmen in der Lage ist, agile Strukturen aufzubauen und so, zumindest in Teilen, wieder zum Startup zu werden. 

Agile Transformation – Umdenken erforderlich

Bei IIoT-Projekten darf der ROI nicht an erster Stelle stehen, sondern die Innovationsbereitschaft. Das heißt, es geht nicht um ausführliche und anstrengende Planungen, sondern um Entdeckergeist. Schritt für Schritt soll in einem kreativen Prozess das Geschäftsmodell entstehen.

 

In der Praxis sieht das allerdings oft anders aus. Anstatt eines agilen Prozesses, der Richtungswechsel erlaubt, verlassen die Firmen meist einmal eingeschlagene Wege nur selten wieder. IIoT-Entwicklung zeichnet sich jedoch gerade dadurch aus, dass sich Modelle immer wieder verändern. Allerdings reicht es auch nicht mehr aus, nur für ein einzelnes Projekt agil zu sein. Ein Unternehmen sollte vielmehr die gesamte Arbeitsweise transformieren. Dadurch entsteht Geschwindigkeit, die notwendig für die Wettbewerbsfähigkeit ist und etwa bei Softwarefirmen wie Google, Amazon oder Facebook schon heute Standard ist. Auch die Industrie muss diese Arbeitsweise annehmen und verinnerlichen, um kundenorientiert arbeiten zu können. Früher wurden Anforderungen so erstellt, um das ganze Projekt möglichst genau zu planen. Danach entwickelten die Techniker zwei bis drei Jahre, ohne sich zwischendurch Feedback einzuholen und eventuell Anpassungen vorzunehmen. Heute erwarten Kunden, dass ihr Feedback schnell aufgenommen und umgesetzt wird. Was Konsumenten bereits gewohnt sind, wird auch immer mehr zur Anforderung in der Industrie.

Digitale Services

Warum sollten sich die Unternehmen besser heute als morgen mit der Digitalisierung beschäftigen? Ein entscheidender Grund: Hardware lässt sich um zusätzliche Services erweitern, und schafft damit einen höheren Nutzen und damit „Wert“ für den Kunden. So ist heute beispielsweise ein Aufzug viel mehr als einfach nur ein mechanisches Gerät. Die Software ermöglicht es, die Anlage zu überwachen und zu steuern, gleichzeitig kann der Betrieb Wartungsarbeiten rechtzeitig einplanen. Darüber hinaus bestellt das System mögliche Verschleißteile automatisiert nach und liefert zusätzliche Daten etwa zu Nutzungsdauer, Frequenzen oder Lasten, womit wertvolle Informationen über Besucherströme im Gebäude entstehen.

 

Mit digitalen Services kann ein Unternehmen Kunden also viel intensiver an sich binden. Dies bedeutet natürlich auch mehr Einnahmen, sei es etwa durch zusätzliche Lizenzen oder die automatisierte Ersatzteilbestellung. Außerdem entsteht etwas, das in der Industrie bis heute eine eher geringe Rolle gespielt hat: Kundenerlebnisse. Die Software ermöglicht es, dass Kunden von Industriehardware begeistert sind. Gerade die interaktiven Abbildungen auf einem Tablet oder Mobiltelefon schaffen ganz neue Möglichkeiten der intuitiven Bedienbarkeit.

Ausblick

Die Studie von McKinsey macht Mut. Die Anwendung von IIoT-Plattformen auf Unternehmensabläufe und die Monetarisierung von IIoTApplikationen war noch nie so einfach und aussichtsreich wie heute. Mit effektiven Plattformtechnologien, leistungsfähiger Hardware, Daten generierende Sensoren und der wachsenden Kundennachfrage nach digitalen Services sind alle Puzzleteile vorhanden, damit IIoT-Applikationen skalieren können. Gerade der Industrieanlagen- und Maschinenbausektor mit seinen hoch automatisierten Prozessen und zunehmend vernetzten Geräten hat großes Potenzial, von Industrie 4.0 und IIoT zu profitieren. 

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