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Embedded Electronics: „Hirn“ der IoT Devices

Embedded Electronics: „Hirn“ der IoT Devices

Die KATEK SE – mehrheitlich zur technologieorientierten PRIMEPULSE Unternehmensgruppe gehörend, stellt sich als bedeutender Spieler im deutschen und europäischen EMS-Markt neu auf.

 

„Unser Ziel ist, zügig unter die Top-Zehn in Europa zu gelangen. Die Akquisitionen der Steca GmbH (Memmingen), der Katek GmbH (Grassau) und der ETL GmbH (Mauerstetten) waren erste Schritte und dürften die KATEK bereits auf Rang 3 oder sogar 2 unter den EMS-Dienstleistern in Deutschland gebracht haben“, sagt Rainer Koppitz, CEO der KATEK SE.


Marktprognosen werden oftmals schamlos übertrieben oder jedenfalls überschätzt. Das war bei Voice Recognition der Fall, autonomem Fahren, Smart Home, der Elektromobilität und, und, und. Für mindestens einen Markt gilt das jedoch nicht: Die bisherigen Prognosen zur Entwicklung des Marktes für IoT (Internet of Things)-Devices. Jener elektronischen Geräte, die in unserer Welt untereinander oder mit dem Menschen kommunizieren. Also nahezu alle Devices in einer Gegenwart, in der jeder gehobene Küchenherd ein WLAN-Modul enthält. Die steile Hypothese sagt, in Zukunft wird jedes höherwertige elektronische Gerät, worin auch immer seine Nutzung besteht, zur Welt des IoT gehören. Dies gilt für alle Branchen, Consumer wie Industrie, Automotive, Healthcare und selbst Defense. Und so lag die Anzahl der IoT-Geräte, so Statista, bereits 2015 bei über 15 Millarden, liegt 2019 bereits bei über 27 Milliarden und soll 2025 bei über 75 Milliarden liegen – also sich binnen zehn Jahren schlicht verfünffacht haben. Und man kann das durchaus für das konservative Szenario halten.
 

Internet of Things (IoT) connected devices installed base worldwide from 2015 to 2025 (in billions)

Statistik IoT Devices

Quelle: Statista

IoT: Treiber für den EMS-Markt

„Hier kommt die EMS-Industrie ins Spiel, also jene Industrie, die mit Elektronik und Embedded Systemen das „Hirn“ all dieser Devices entwickelt, fertigt und (zu)liefert. Ohne die internetfähigen, elektronischen Baugruppen, Komponenten, Lösungen und Vorprodukte der EMS-Industrie wären all diese komplexen Geräte keine „smarten“ IoT-Devices. Autos, Kühlschränke, Drohnen, moderne landwirtschaftliche Geräte, Kassensysteme, Flugzeuge, Mähroboter, Smartphones, Aufzüge, Ausweisleser und, und, und. Alles, was die moderne Welt ausmacht“, so Koppitz.

 

Vom kleinen bis zum gehobenen Mittelständler mit Milliardenumsatz bis hin zum DAX-Konzern: In Europa gibt es tausende Firmen, die ebenjene komplexen IoT-Geräte herstellen. Geräte, deren „Gehirne“ von der EMS-Industrie bereitgestellt werden. Heute ist der Markt grob dreigeteilt: Es gibt die großen, weltweit aktiven EMS-Anbieter aus Asien und den USA, die sich 44 Prozent des europäischen Marktes teilen. Der einzige deutsche EMS-Anbieter von Weltrang, Zollner, mit knapp fünf Prozent Marktanteil in Europa und Milliarden-Umsatz, ist heute in Europa einzigartig in Bezug auf Format, komplettes Angebot und Größe und somit der prädestinierte Partner für all jene deutschen und europäischen OEMs (Original Equipment Manufacturer), die aus diversen Gründen eine Alternative zu den Großkonzernen aus Asien und den USA suchen. Unterhalb von Zollner folgt – lange nichts. Europaweit vermutlich mehr als 1.500 Unternehmen: die meisten davon mit weit unter zehn Millionen Jahresumsatz sehr klein, einige wenige über 100 Millionen Jahresumsatz, nur eine Handvoll Spieler mit mehr als 200 Millionen Umsatz teilen sich mit 52 Prozent mehr als die Hälfte des Marktes.

Statistik in4ma EMS Markt

Auf Dauer werden diese Unternehmen nicht überleben können, da sie weder die notwendigen Investitionen in einem sich immer stärker innovierenden Markt stemmen können, noch dem europäischen OEM-Mittelstand, geschweige denn den Großunternehmen, ein langfristig stabiler Partner sein können. Die Fragmentierung in Europa spielt den riesigen Asiaten und Amerikanern in die Hände.

 

Rainer Koppitz: „Wir glauben an den europäischen EMS-Markt. Wir glauben daran, dass die räumliche Nähe zu den Kunden ein Vorteil ist, nicht nur in logistischer Hinsicht. Wir glauben daran, dass deutsche und europäische Mittelständler mit Partnern auf gleicher Augenhöhe arbeiten wollen, dass dasselbe Verständnis von Engineering und Firmenkultur hilfreich ist und man Probleme am besten von Angesicht zu Angesicht löst. Wir wissen aber auch, dass man als EMS-Anbieter eine kritische Größe von mehreren hundert Millionen Umsatz erreichen muss, um dauerhaft stabil zu sein, zu besten Konditionen Teile einkauft, die nötigen Mittel hat, in die neuesten Technologien zu investieren und – anders als viele kleinere Anbieter – keine ungesunde Kundenkonzentration aufweist. Außerdem muss man in der Lage sein, alle wesentlichen Branchen mitsamt der notwendigen Zertifizierungen bedienen zu können, die gesamte Wertschöpfungskette abdecken – von der Entwicklung bis hin zum Aftersales – kleinste Losgrößen bis hin zur Großserie beherrschen und einen intelligenten Mix an Fertigungsstandorten aufweisen.“

KATEK GROUP: 1+1+1 = viel mehr als nur 3

Die KATEK Gruppe mit ihren aktuell drei Tochtergesellschaften deckt diese Kriterien bereits jetzt weitgehend ab, wird aber durch gezielte weitere Akquisitionen komplementäre Skills und Fertigkeiten hinzufügen, um allen OEMs ein überzeugendes Alternativ-Angebot machen zu können.

 

So zeichnet sich die Katek GmbH durch Werke in Grassau und Ungarn aus, die auf Basis aller gängigen Zertifizierungen hochautomatisierte Großserien-Aufträge durchführen kann und über eine Best-in-Class Prüftechnik verfügt. Die Steca GmbH wiederum mit ihren Werken in Memmingen und Bulgarien hat führendes Know-how im Bereich der Leistungselektronik für Solar/Energie mit einer eigenen Entwicklungsmannschaft aufgebaut und bedient daneben führende OEMs mit mittelgroßen Losgrößen von Automotive bis Weisser Ware und Healthcare. ETL, als jüngstes Mitglied der Familie, ergänzt das Portfolio mit ihrem hochmodernen Werk in Mauerstetten, das sich durch eine besondere Flexibilität auszeichnet und auch kleinste Losgrößen inklusive NPI (New Product Introduction)/Prototyping in exzellenter Qualität bewältigen kann. Ein besonderer Fokus liegt auf Embedded Systems, die ETL nicht nur fertigt, sondern auf Wunsch auch komplett für alle Branchen entwickelt.

Rainer Koppitz - CEO KATEK SE

Rainer Koppitz

CEO KATEK SE

(Quelle: PRIMEPULSE)

„Wir glauben daran, dass die KATEK Gruppe sehr viel mehr sein wird als nur die Summe aus unseren Tochtergesellschaften und wir werden das mit unserem „Schnellboot-Konzept“ erfolgreich umsetzen. Die Töchter werden als eigenständige GmbHs mit P&L-Verantwortung und maximaler Kundennähe weiterhin schnell, agil, flexibel und unternehmerisch agieren – so wie ihre Kunden. Und additiv werden wir Synergien speziell in den Bereichen Vertrieb/Marketing und Strategischer Einkauf durch eine zentrale Steuerung zügig heben. Competence Center in den Töchtern werden uns helfen, rare Ressourcen zum Beispiel in der Prüftechnik, Entwicklung oder Prototypen-Fertigung nicht mehrfach auszubauen, sondern allen Gruppenmitgliedern zur Verfügung zu stellen“ erklärt Koppitz.

Es wird ein langer Weg werden. Aber die KATEK, MEMBER OF PRIMEPULSE, hat einen langen Atem und die feste Überzeugung, dass der hochgradig fragmentierte europäische EMS-Markt einer Konsolidierung bedarf, um den OEMs eine klare Alternative bieten zu können. Dazu Rainer Koppitz: „Wir wollen uns das Vertrauen erarbeiten. Völlige Offenheit darüber, was wir vorhaben, ist Teil dieses Weges. Unsere Zielsetzung ist, ab Mitte 2019 jeden OEM davon überzeugt zu haben, dass es Sinn macht, bei allen relevanten Ausschreibungen KATEK zumindest in Erwägung zu ziehen.

 

 

Quelle Titelbild: ETL

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